Category: Lebenshilfe

Die Generation der Kriegskinder

»Damals nach dem Krieg …«

So begannen manche Sätze meiner Eltern. Dann erzählten sie von den Hunger- und Mangeljahren nach 1945. Sie berichteten von den verunsicherten Lehrern in der Schule, die mit einem Mal etwas anderes sagten als noch vor der Kapitulation. Manchmal sprachen die Eltern in leisem Ton von den Sirenen in den Bombennächten und dem Schrecken der Tiefliegerangriffe in den letzten Kriegswochen.

Im Rückblick wird mir klar, dass diese Erinnerungen meist nur im privaten Rahmen geäußert werden konnten. Thema in der Öffentlichkeit waren in meiner Jugend lange alleine die Verbrechen der Nationalsozialisten, die ganze Länder in Europa mit Krieg und Vernichtung überzogen hatten. Heute gestehen wir ein, dass auch viele Kinder in Deutschland damals Schweres erlebt haben. Gut, dass heute darüber gesprochen werden kann.

Der Theologe und Journalist Christoph Fleischmann zeigt in seinem Artikel auf den Seiten 6 und 7 in dieser Ausgabe von „unterwegs“, wie der Krieg das Leben seines Vaters zutiefst geprägt hat. Wie viele Andere aus der Generation der Kriegskinder hat auch er erst im Ruhestand solche Erinnerungen an sich herangelassen.

Der 1. September ist ein Tag, an dem wir daran denken, dass vor bald achtzig Jahren der Zweite Weltkrieg begann. Mit dem Blick auf die Geschichte können wir einfach dankbar sein, schon so lange in Frieden zu leben.

Ihr Michael Putzke

Homosexualität und die EmK

Es ist eine schier unendliche Geschichte: Seit Jahrzehnten wird in der EmK um die Bewertung von Homosexualität gestritten. Wie gehen wir mit homosexuellen Menschen um? Wie mit der „praktizierten“ Homosexualität? Die Kirchenordnung (Verfassung, Lehre und Ordnung, VLO) ist deutlich – zumindest in der englischen Fassung: „Die weltweite Evangelisch-methodistische Kirche kann die praktizierte Homosexualität nicht gutheißen und betrachtet diese Handlungsweise als unvereinbar mit der christlichen Lehre.“ In der deutschen Fassung ist das etwas verändert: „Eine Mehrheit in der Kirche interpretiert die Bibel so, dass sie die Ausübung der Homosexualität nicht gutheißen kann“ (VLO Art. 161F). Ebenso können praktizierende Homosexuelle nicht ordiniert werden.
Im vergangenen Jahr haben sich in Deutschland drei Initiativen gebildet, die im Grunde alle Positionen innerhalb der EmK abdecken. Bisher ist die Debatte sachlich, aber nicht weniger drängend. Jetzt stehen zwei öffentliche Diskussionsveranstaltungen an, bei denen die Positionen geklärt werden sollen: Am 21. Februar in der EmK Berlin Tegel (Gorkistraße), am 7. März in Frankfurt (Martha-Keller-Haus). Bisher gehe ich davon aus, dass es eine faire Auseinandersetzung sein wird. Ob allerdings mehr als ein Austausch der Positionen dabei herauskommt, ist fraglich.

Denn die einzige Chance, hier weiterzukommen, ist mit Homosexuellen zu reden, anstatt über sie und ihre sexuelle Orientierung. Denn wenn es um Menschen geht, zeigt sich ziemlich schnell, dass viele Argumente in dieser Debatte – auch wenn sie vermeintlich biblisch begründet sind – schlicht menschenverachtend sind. Da ist es auch verständlich, dass viele Homosexuelle sich öffentlichen Diskussionen in der EmK lieber nicht aussetzen wollen. Zu oft haben sie die Erfahrung gemacht, dass sie diffamiert und herabgewürdigt werden.

In der aktuellen »unterwegs«-Ausgabe (3/2015) haben wir das Thema Homosexualität ausführlich aufgegriffen. Die Hefte werden bei den Foren auch verteilt.

Mehr Informationen unter http://www.emk-sozialforum.de/