Freikirchen und Landeskirchen:
Vereinigung in Sicht?

Überraschung in der evangelischen Ökumene: Der Vorstand der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat bei seinem Frühjahrstreffen heute beschlossen, das Angebot der Evangelischen Kirche in Deutschland zu einer Fusion anzunehmen. Damit ist der Weg frei zur Bildung einer „Kirche für alle“. Allerdings müssen die einzelnen Kirchengremien noch entscheiden, was zwar als Formsache gilt, sich aber wegen der unterschiedlichen Strukturen bis in alle Ewigkeit hinziehen kann.

Dennoch ist VEF-Präsident Präses Ansgar Hörsting zuversichtlich, dass er die Fusion noch erleben wird. „Diese Chance konnten wir uns nicht entgehen lassen“, sagte er bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Bielefeld. „Erstmals in der Geschichte unseres Landes ziehen damit fast alle Kirchen reformatorischer Tradition an einem Strang.“ Den Einwand, dass ja nicht alle Freikirchen in der VEF organisiert sind und es deshalb immer noch nicht organisierte Gläubige geben werde, ließ Hörsting nicht gelten. „Die kriegen wir auch noch.“

Der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Heinrich Bedford-Strom kommentierte die Nachricht mit einem einzigen Wort: „Amen!“

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One thought on “Freikirchen und Landeskirchen:
Vereinigung in Sicht?

  1. Silvia König

    Wenn das keine Ente (Aprilscherz), sondern Ernst ist, empfinde ich das als eine sehr freudige Nachricht!
    Die weltweite Christenheit steht inzwischen vor so großen Herausforderungen, dass wir es uns kaum dauerhaft leisten können, dass jede Glaubensrichtung sich nur darauf konzentriert, nach ihrer eigenen Façon selig zu werden. Vielmehr sind die Herausforderungen nur mit vereinten Kräften zu bewältigen.
    Außerdem glaube ich, dass sich in den letzten Jahren doch die Erkentnis durchgesetzt hat (nicht nur in kirchlich-christlichem Kontext), dass Aufgaben in einem vielfältigen Team besser gelöst werden können.
    Darin liegt auch eine große Chance für die einzelnen Glaubensrichtungen. Bei einer Vereinigung werden sie sich erst recht ihrer ganz besonderen Eigenart bewusst – und können so ihre jeweiligen Stärken in ganz besonderer Weise zum Wohle aller in das Ganze einbringen.

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