Die Generation der Kriegskinder

»Damals nach dem Krieg …«

So begannen manche Sätze meiner Eltern. Dann erzählten sie von den Hunger- und Mangeljahren nach 1945. Sie berichteten von den verunsicherten Lehrern in der Schule, die mit einem Mal etwas anderes sagten als noch vor der Kapitulation. Manchmal sprachen die Eltern in leisem Ton von den Sirenen in den Bombennächten und dem Schrecken der Tiefliegerangriffe in den letzten Kriegswochen.

Im Rückblick wird mir klar, dass diese Erinnerungen meist nur im privaten Rahmen geäußert werden konnten. Thema in der Öffentlichkeit waren in meiner Jugend lange alleine die Verbrechen der Nationalsozialisten, die ganze Länder in Europa mit Krieg und Vernichtung überzogen hatten. Heute gestehen wir ein, dass auch viele Kinder in Deutschland damals Schweres erlebt haben. Gut, dass heute darüber gesprochen werden kann.

Der Theologe und Journalist Christoph Fleischmann zeigt in seinem Artikel auf den Seiten 6 und 7 in dieser Ausgabe von „unterwegs“, wie der Krieg das Leben seines Vaters zutiefst geprägt hat. Wie viele Andere aus der Generation der Kriegskinder hat auch er erst im Ruhestand solche Erinnerungen an sich herangelassen.

Der 1. September ist ein Tag, an dem wir daran denken, dass vor bald achtzig Jahren der Zweite Weltkrieg begann. Mit dem Blick auf die Geschichte können wir einfach dankbar sein, schon so lange in Frieden zu leben.

Ihr Michael Putzke

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