Gerechtigkeit als Illusion?

»Es gibt keine Gerechtigkeit, zumindest nicht auf Erden.« Das schreibt der österreichische Mathematiker Rudolf Taschner gleich zu Beginn seines Buchs »Gerechtigkeit siegt – aber nur im Film«. Auf den weiteren Seiten beschreibt er, wie ungerecht es auf der Welt und in der Wirtschaft zugeht und dass alle Versuche, Gerechtigkeit herzustellen, scheitern müssen. Allenfalls die frühe Investition in Bildung könne ein wenig mehr Gerechtigkeit schaffen. Begütert werden könne man aber heute nur durch Erbschaft oder durch Glück.
Eine ernüchternde Analyse. Aber nicht überraschend: Seit Menschengedenken hat die Herkunft darüber entschieden, ob man auf der Sonnen- oder Schattenseite des Lebens steht. Das vergangene Jahrhundert schien diesen Mechanismus überwunden zu haben: In vielen Ländern haben sich die Lebensbedingungen dramatisch verbessert, viele Menschen haben den Aufstieg aus dem Elend geschafft.
Bezahlt haben das allerdings andere: Menschen, die nach wie vor unter unsäglichen Bedingungen leben und arbeiten müssen, Kinder, die hungern und nicht zuletzt unsere Umwelt. Schon jetzt nehmen Umweltkatastrophen zu, darunter leiden vor allem die Menschen im Süden der Erde.
»Sünde« nennt Hans Martin Renno, der EmK-Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung, dieses Verhalten. Im Interview in der aktuellen »unterwegs«-Ausgabe erklärt er, was wir dagegen tun können – als kleinen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit.
Volker Kiemle

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