Ebola: Kirchen bei Hilfe vorne dabei

Auch wenn die Ebola-Epidemie in Westafrika inzwischen besiegt ist, brauchen die Menschen dort Unterstützung, um mit den Folgen der Krankheit fertig zu werden. Kirchliche Hilfsprojekte spielen dabei eine tragende Rolle, wie Pastor George Wilson im Gespräch mit Klaus Ulrich Ruof erklärt. Wilson leitet die kirchlichen Programme und Arbeitsbereiche im Büro des Bischofs der Evangelisch-methodistischen Kirche in Monrovia, Liberia.

Als Ebola in Westafrika ausbrach, hat es relativ lange gedauert, bis die medizinische Hilfe Erfolge erzielte. Wann haben die Menschen in Liberia registriert, dass das nicht nur eine Krankheit ist, sondern eine wirklich große Gefahr?
George Wilson: Wir hatten keinerlei Informationen und es wurden uns falsche Symptome genannt. Besonders die Helfer und das medizinische Personal im Gesundheitswesen, verstanden die Zeichen nicht und waren dadurch selbst hochgradig gefährdet. Dadurch sind auch viele Patienten falsch behandelt und wieder nach Hause geschickt worden. So breitete sich die Krankheit extrem aus. Erst nach einiger Zeit, als die Menschen die Symptome kannten, begannen sie vorsichtiger zu werden.

Wie wurde die Krankheit überwunden?
George Wilson: Was besonders half, war die umfangreiche Information auf jede erdenkliche Weise. Das brachte letztlich den Durchbruch. Dadurch konnte die Verbreitung kontrolliert und dann eingedämmt werden. Sehr beschwerlich war, dass wir die Ebola-Toten nicht so bestatten konnten wie das bei uns üblich ist, weil alle Berührungen zwischen Lebenden und vor allem mit Infizierten und Toten unterbunden waren.

Welche Rolle spielte die Kirche bei der Überwindung der Krise?
George Wilson: Unsere Kirche war zusammen mit anderen Denominationen ganz vorne dabei. Inzwischen ist das Gesundheitspersonal gut ausgerüstet, auch durch die internationale kirchliche Hilfe. Es wird keine neue Epidemie geben.

Was braucht die EmK in Liberia jetzt besonders?
George Wilson: Wir haben zwei wichtige Programme, die ganz dringend sind. Da ist die Arbeit unter Waisenkindern in unserem Waisenhaus in der Lofa-Region im Norden Lieberias. Dort ist die Ebola-Epidemie von Guinea aus ins Land gekommen. Diese Kinder brauchen dringend Unterstützung. Das zweite ist unsere Seniorenarbeit in Altersheimen. Die brauchen Hilfe, weil unser Sozialsystem nicht gut ist. Vor dem Krieg gab es intakte Familienstrukturen. Aber durch den Krieg ist das alles zerstört. Die jungen Leute müssen nun schauen, wie sie selbst überleben. Da werden die Alten einfach vergessen, und viel ist nicht für sie übrig.

Informationen zu Liberia
In Liberia leben rund 4,1 Millionen Menschen, davon sind etwa 85 Prozent Christen und 12 Prozent Moslems. Liberia hat, wie viele afrikanische Länder eine konstant hohe und sogar steigende Geburtenrate. Noch ist die Lebenserwartung meist gering und die Sterberate über alle Lebensalter hinweg ist sehr hoch. Innerhalb des Landes ist eine starke Migrationsbewegung in die Region um die Hauptstadt Monrovia zu verzeichnen, was dort zu steigenden sozialen Spannungen führt. Ein Großteil der ländlichen Bevölkerung lebt in der nördlichen Grenzregion zu Guinea. Die Wurzeln der methodistischen Arbeit reichen bis auf das Jahr 1822 zurück. Heute zählen sich zur EmK in Liberia etwa 250.000 Menschen. Bischof ist John Genka Innis.

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