Inspire: Herzen berühren

24InspireVor ungefähr zwei Jahren traf sich ein kleines Team von Visionären, um gemeinsam zu träumen und zu beten, wie Gott sie auf dem Chemnitzer Brühl zum Segen setzen könnte. Daraus ist »Inspire« entstanden. Das sind acht Personen aus verschiedenen Kirchen, die eine Vision für den Stadtteil Brühl in Chemnitz haben. Jetzt ist auch das Fernsehen aufmerksam geworden.

Zum ersten Mal öffentlich wurde „Inspire” im Juli vergangenen Jahres: Eine Gruppe von Jugendlichen aus der irischen methodistischen Kirche verbrachte eine Woche in Chemnitz und machte bei verschiedenen Aktionen auf dem Brühl mit. Sie halfen, ein Straßenfest für die Nachbarschaft zu veranstalten sowie den Brühl zu verschonern, indem sie einige Blumen pflanzten. An den Abenden gab es auf dem Boulevard Live-Musik und ein Straßencafe mit dem “EmK-mobil“. “Die irische Woche öffnete uns viele Türen, so dass wir in guten Kontakt mit unseren Nachbarn gekommen sind, von denen wir einige jetzt zu unseren Freunden zahlen können“, sagt Pastor Barry Sloan.

Einen Monat bekam der Verein “Inspire“ die Schlüssel zu den eigenen Raumen . direkt am Brühlboulevard! “Wir hatten über ein Jahr gebetet und mit der Stadtverwaltung verhandelt“, sagt Sloan. „Umso mehr freuten wir uns, dass unsere Gebete endlich beantwortet wurden. Wir konnten zu einem reduzierten Preis mieten, hatten dafür aber alle Renovierungen und Modernisierungen selbst in die Hand zu nehmen.“ Die nächsten sechs Monate verbrachte das Team fast jede freie Stunde damit, die Raume schick zu machen.

Bevor die Wiederbelebung des Brühls im Fokus stand, übten sie bereits an alten Möbelstücken und hauchten ihnen neues Leben ein. So entstanden Tische aus alten Nahmaschinen, Sofas und ein Tresen aus alten Holzpaletten. “Wir retteten alte Stühle vor der Müllhalde und sanierten sie mit neuen Polstern in einem trendigen Shabby Chic Look“, erzählt Sloan. Gebetserhörung erlebte die Gruppe, als einige Fachkräfte an Bord kamen, um zu helfen, eine Küche einzubauen, einige elektrische Umrüstungen zu tätigen sowie 100 Quadratmeter Fliesen legten – und dabei nur die Materialkosten in Rechnung stellten.

Neues Leben weitertragen Am 17. Januar wurde “Inspire“ eingeweiht. Mehr als 100 Personen kamen zur Eröffnung, was für eine gute Atmosphäre sorgte. Dabei wurde auch die Vision vorgestellt, die im Namen und Motto der Initiative schon steckt: “Mit Gottes Hilfe inspirieren wir Menschen, berühren ihre Herzen und motivieren sie, sich an der Belebung des Brühls zu beteiligen“, sagt Sloan. “Wir wollen helfen, dass ein gutes Miteinander der Nachbarn entsteht, selber gute Nachbarn und ein Segen für andere sein . sozial, geistlich, ganzheitlich.“ Die Gruppe ist nach wie vor dabei, hinzuhören und zu entdecken, wo und wie sie behilflich sein kann. In Zusammenarbeit mit Partnern gibt es schon einige Angebote: Englischkurs für Senioren, offener Kindertreff, Soul Sunday Bring & Share Frühstück, informelle Gottesdienste auf Englisch, Music Monday Akustik Café, Kreativ- und Handarbeitstreff, Nachbarschaftstreff mit Migranten / Asylbewerbern und Whiskey-Verkostungen (vierteljährlich).

Die monatlichen Kosten werden derzeit durch Spenden von Freunden sowie regelmäßigen Spenden aller Teammitglieder abgedeckt. Zudem hat die Stadt Chemnitz, die an einer Belebung des Bruhl interessiert ist, 4.000 Euro zum Start beigesteuert. Die Einnahmen aus den Englischkursen für Senioren und ein Teil der Gewinne aus dem Verkauf des Buches “Pilgern auf Irisch“ helfen zusätzlich bei der Finanzierung.

Weil Barry Sloan das Projekt beim Evangelischen Kirchentag in Stuttgart vorstellt, ist auch die Stuttgarter Filmemacherin Susanne Bausch auf “Inspire“ aufmerksam geworden. Mit einem Filmteam hat sie das Projekt fünf Tage lang besucht. In ihrem Film stellt sie drei Projekte von Christen vor, die auf die Herausforderungen an ihrem Ort reagiert und Neues gewagt haben.
Volker Kiemle

TV-Tipp:

1. Juni, 23.30 Uhr, ARD: … damit wir klug werden. Evangelische Gemeinden verändern sich. Ein Film von Susanne Bausch.

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