Ins Gewissen reden

Seit Monaten immer wieder die gleichen Bilder: Ein siegesgewisser griechischer Regierungschef auf der einen, ernste bis drohende Gesichter von Angela Merkel & Co. auf der anderen Seite. Angesichts des fortwährenden Dramas um die Schulden Griechenlands könnte man meinen, Europas Politiker seien Tag und Nacht mit nichts anderem beschäftigt. Tatsächlich aber gibt es viele andere Themen, die aber im medialen Dauerfeuer untergehen: Wettbewerbsfragen, Umwelt- und Verbraucherschutz, Verkehr, Wirtschaftsverhandlungen – Europas Staatschefs haben viel zu tun. Die Bilderflut blendet aber auch aus, dass in Griechenland inzwischen viele Menschen existenziell unter der Politik leiden. Armut ist in die Mittelschicht vorgedrungen, immer mehr können ihre Mieten nicht mehr bezahlen und drohen auf der Straße zu landen. Viele Kinder haben kaum zu essen. Das Gesundheitssystem liegt am Boden, wer krank ist, hat ohne viel Geld schlechte Karten. Ein Mitglied der Europäischen Union wird vor unseren Augen zum Entwicklungsland.
Anstatt diese Nöte in den Blick zu nehmen, schauen die internationalen Geldgeber ausschließlich auf »die Märkte«. Alles wird an möglichen Reaktionen der Börsen ausgerichtet, Kursveränderungen im Promillebereich sorgen für gewaltige Unruhe.
Diese Politik sorgt weltweit dafür, dass die Reichen immer reicher werden – während die Armut zunimmt. Das ist nicht zukunftsfähig, weil es den sozialen Frieden gefährdet. Denn es wird der Tag kommen, an dem sich die Armen dieser Erde auflehnen.
Deshalb müssen wir alle unseren Politikern ins Gewissen reden: Politik ist nicht nur für Vermögende da, sondern für alle Menschen. /kie
PS: Angela Merkels Terminkalender ist hier zu finden:
http://goo.gl/rrKGT2

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