Nicht über die Verfassung

Der islamistische Terror ist in Europa angekommen. Und es hilft nicht, die Verbindung zwischen dem Islam und den Terroristen zu relativieren. Ja, auch im Namen des Gottes der Christen wurde gemordet, vergewaltigt, verschleppt. Kreuzzüge, Religionskriege, Hexen- und Ketzerverfolgung – die Liste der Grausamkeiten ist lang.
Doch in diesen Tagen beruft sich religiös motivierte Gewalt vor allem auf den Koran. Das zur Kenntnis zu nehmen heißt nicht, den Islam insgesamt Foto oben: Alexandra Kratz für den Terror verantwortlich zu machen – und damit alle Muslime und womöglich alle Flüchtlinge unter Verdacht zu stellen. Aber es heißt, dass wir als Gesellschaft den Verantwortlichen für die Ausgestaltung es persönlichen Lebens nach den Regeln des Korans deutlich machen müssen, dass sie in den demokratischen Ländern Europas eine große Aufgabe haben.Wo immer die Religion über unsere Verfassung gestellt werden soll, müssen wir protestieren.

Doch was hilft uns, die wir nun mit einem mulmigen Gefühl die U-Bahn besteigen und alle Männer mit dunkler Hautfarbe und Bart misstrauisch beäugen? Es ist doch diese Angst, die Terroristen erzeugen wollen. Wir Christen sollten auch dagegen angehen, dass der Terror die Gesellschaft durch Schuldzuweisungen, pauschale Verdächtigungen und Hetzkampagnen vergiftet. Aber wir müssen auch deutlich machen, dass es in unserer Gesellschaft unverhandelbare Werte gibt, an die sich alle halten müssen.

Volker Kiemle

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